Pflegewohnhäuser der Stadt Wien

Bezirksbezogene Wechselausstellung im Pflegewohnhaus Leopoldstadt | 125-10

Ausstellung „Leopoldstadt. Heiter bis wolkig“

 

Auftraggeberin: Stadt Wien, Krankenanstaltenverbund (KAV)

 

Leistungsbeschreibung: Recherche, Konzeption und Realisierung unter Verwendung historischen Fotomaterials

Mitarbeit: Helga Innerhofer

Kooperation: Wien Museum

Leistungszeitraum: Jänner 2010 – September 2010

 

Gebäudeplanung: Helmut Wimmer, Generalplanung: FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH

 

Häufigster Grund für den Umzug in ein Pflegewohnheim sind körperliche Gebrechlichkeit und geistiger Verfall. Umso wichtiger ist es, auch im hohen Alter die kognitiven Fähigkeiten zu fördern, sinnliche Anreize zu bieten und den Alltag in der kleinen Welt des Wohnheims zumindest auf mentaler Ebene mit der großen Welt da draußen zu verbinden. Eine Möglichkeit, diese Brücke zwischen drinnen und draußen zu schlagen, sind Kunst und Kultur.

 

Das Konzept der Pflegewohnhäuser des KAV sieht vor, dass in jeder Einrichtung in einem allgemein zugänglichen Bereich, meist in der Nähe der Eingangshalle, eine Fotografie-Ausstellung eingerichtet wird. Da es sich bei den Pflegewohnhäusern der Stadt Wien um dezentrale Einrichtungen handelt und die Bewohner häufig aus der unmittelbaren Umgebung stammen, soll sich die Ausstellung mit der Geschichte des Standorts beziehungsweise des jeweiligen Bezirks befassen.

 

Es gibt wohl kaum etwas, das den zweiten Wiener Gemeindebezirk in den letzten hundert Jahren mehr prägte als der Wiener Prater sowie die damit verbundene Vergnügungskultur. 1873 fand auf dem Gelände des heutigen Wurstelpraters die Weltausstellung statt, 1895 wurde mit der Kulissenstadt „Venedig in Wien“ der vermutlich erste Themenpark der Welt eröffnet, 1897 wurde das 65 Meter hohe Riesenrad errichtet, und 1933 lockte die weltweit erste Geisterbahn furchtlustige Besucherinnen und Besucher in ihr Inneres.

 

Momente dieser vergnüglichen Praterzeiten vor und nach dem Zweiten Weltkrieg zeigt die in Kooperation mit dem Wien Museum konzipierte Ausstellung, die nun im Foyer des Leopoldstädter Pflegewohnheims zu sehen ist. Gezeigt werden historische Aufnahmen von Ringelspielen, aus dem Wachspuppenkabinett, von der Liliputbahn sowie von Straßenszenen im und rund um den Prater. Szenen aus der einst großen Leopoldstädter Kino- und Pferderennkultur runden den Parcours durch die Erinnerungen ab.

 

Fotos: Österreichische Nationalbibliothek, Wien Museum, ORF